Die Spur-0-Anlage wurde gemeinsam und langfristig geplant. Jedes Clubmitglied konnte Ideen einbringen, die wir dann gemeinsam werteten und verarbeiteten. Resultiert hat schliesslich - wenn wundert’s - ein schlichtes doppelspuriges Oval - das allerdings raffiniert verschlungen ist. Zu sehen sein werden im Endausbau „nur“ der grosse Bahnhof, ein Aufgleisbahnhof sowie die Paradestrecke. Diese umfährt auf einer über 40 m langen Strecke die gesamte Spur-0-Anlage: wie in Wirklichkeit können die Züge über längere Zeit in Ruhe beobachtet werden.
Im unsichtbaren Teil sind die zwei Schattenbahnhöfe „Luzern“ und „Basel“ mit zwölf und zehn Geleisen angeordnet, die alle - wie die Bahnhofgeleise - mindestens acht Meter lang sind. Dazu kommt der Schattenbahnhof „Chicago“ mit vier 16 m langen Abstellgeleisen. Dort stehen die langen, amerikanischen Güterzüge. In den Schattenbahnhöfen können die Clubmitglieder ihre Züge abstellen, der Fahrbetrieb wird abwechslungsreicher. Bei der doppelten Kehrschlaufe „Rotkreuz“ können die Fahrtrichtungen aller Züge gewechselt werden. Der höchste Punkt der Anlage liegt 1.63 m über Fussboden, der tiefste auf 0.45 m. Überwunden werden diese Höhendifferenzen über einen Wendel, der teilweise vierspurig geführt wird.
Eine derart komplexe Anlage kann unseres Erachtens nur digital mit vernünftigem Aufwand gebaut und gesteuert werden. Anfänglich waren viele Clubmitglieder skeptisch, vor allem weil Decoder in die Loks eingebaut werden mussten und somit auch Mehrkosten entstanden. Mit clubeigener Unterstützung konnten wir das Problem aber einfach lösen. Das Resultat waren Züge, die butterweich anfahren und vorbildgetreu anhalten. Mit dem Lastenausgleich kann ein konstantes Tempo beibehalten werden und die Zugkraft verbessert sich dadurch markant. Ganz abgesehen von Spezialfunktionen wie eine vorbildgerechte Beleuchtung, Pfeif- und Hornsignale oder Dampflok-Sound. Eine Analogsteuerung ist für uns heute kein Thema mehr.
Für die abschliessende Gestaltung der Clubanlage gibt es einige Ideen. Dabei gilt, warum denn in die Ferne schweifen… Denkbar wäre zum Beispiel der alte Bahnhof Zug, der (wer weiss das noch?) damals Stein für Stein abgebaut und in Wollishofen/ZH wieder aufgebaut wurde, wo er heute noch steht. Bis es allerdings soweit ist, wird es noch einige Zeit dauern. Zurzeit ist erst der unterirdische Teil fertig. Bevor wir den sichtbaren Bereich bauen und uns der Geländegestaltung widmen können, müssen noch einige Probleme gelöst werden.
Der Bau der Spur-0-Anlage fordert die Clubmitglieder. Einige Fehlüberlegungen und somit auch Lehrgeld, das wir bezahlen mussten, führten zu enormen zusätzlichen Arbeitsaufwand. Zum einen hatten wir viel zu wenig und falsche Dilatationsunterbrüche eingebaut. Schliesslich mussten wir alle Weichenmotoren ersetzen, die wir mit viel Aufwand selbst zusammengestellt hatten. Im Wendel war der Unterbau falsch konstruiert, sodass alle Geleise neu verlegt werden mussten. Selbstverständlich mussten wir dafür die Wendel ab- und wieder aufbauen.
Zurzeit korrigieren wir ein weiteres, aber hoffentlich das letzte unserer grösseren Probleme: Wir wechseln alle rund 50 bisher eingebauten Weichen aus. Diese waren als Schnellfahrweichen konstruiert und selbst gebaut; aber wegen einer konstruktiven Fehlüberlegung war auch diese Liebesmüh ‚für die Katz'. Wir ersetzen die Weichen mit einem Industrieprodukt der amerikanischen Firma „Atlas“. Als Glück im Unglück kann man es nennen, dass diese Weiche exakt den gleichen Weichenwinkel aufweist, wie die bisherigen, sodass wir an der Gleisgeometrie bestenfalls geringe Anpassungen vornehmen müssen. Die „Atlas“-Weiche ist von ausgezeichneter Qualität, einzig die Stellschwelle haben wir verstärkt. Geplant ist, dass Ende 2008 alle Weichen ersetzt sind.
| Mindestradius | 2.0 m |
| Maximale Steigung | 20 Promille |
| Stromsystem | 2-Leiter Gleichstrom |
| Digitalsystem | Lenz Digital |
| Steuerungssoftware | Railroad & Co. |